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Von der Manufaktur zur zertifizierten Produktion

Alles begann am 01.0ktober 1962, als sich der Kaufmann Herbert Planitzer entschloss, in Rethen eine Siebdruckerei zu gründen. Er nannte sie Hermes-Plastic nach dem Handelsgott und dem damaligen Gattungsbegriff für die Materialien, die er bedrucken wollte. In Rethen wurden mit 2 Mitarbeitern Werbeplakate und Aufsteller aus Kunststoff im Siebdruckverfahren gefertigt. Siebdruck ist eines der ältesten Druckverfahren, wobei die Farbe durch ein feines Sieb auf den Bedruckstoff gedrückt wird. Siebdruck wendet man dort an, wo insbesondere die Farben eine Brillanz und Haltbarkeit gegen äußere Einflüsse wie z.B. Witterung und chemische Mittel haben müssen.

1968 erfolgte der Umzug nach Grasdorf in größere Räume in einen teilweise umgebauten Bauernhof mit Plumpsklo. Die Produktion wurde um selbstklebende Schilder, wie Firmen- und Werbeaufkleber für Vereine, Handel, Gewerbe und Industrie erweitert. 

1969 lernte Planitzer den späteren langjährigen Geschäftsführer und Gesellschafter Elmar Peters kennen. Peters war zu dieser Zeit als Kaufmann und Kunststofftechniker Betriebsleiter einer großen Kunststoffspritzgießerei in NRW und in dieser Eigenschaft auf der Suche nach einer Siebdruckerei, die Kunststoffteile bedrucken sollte. Die geschäftlichen Beziehungen intensivierten sich und so kam es, dass Planitzer, der nicht mehr der Jüngste war, Elmar Peters die Übernahme seines Betriebes anbot. 
Im Sommer 1971 begann Peters als Angestellter. Für ihn war dies ein hohes Risiko mit anfangs sehr großen finanziellen Einbußen. Er war verheiratet und hatte zwei kleine Kinder. Zudem gab er an seinem Wohnsitz in Herford seine bestens ausgestattete Betriebsleiterstellung auf. 

Aufgrund neuer Produkte und guter Verbindungen von Peters zu Industrie- und Handelshäusern entwickelte sich die Firma gut, so dass größere Räume gesucht werden mussten. 1974 ging Hermes daher nach Sarstedt: in der Wenderter Strasse wurden ein Wohnhaus als Bürohaus um- und eine Produktionshalle neu gebaut.

1975 wurde Peters Mitgesellschafter. Wenige Monate danach verstarb plötzlich der Betriebsgründer Planitzer, Elmar Peters war nun Geschäftsführer. Die Familie zog nach Sarstedt. Bis dahin war er nahezu täglich über 100 km (eine Fahrt) gependelt.
Die restlichen Geschäftsanteile hat Peters dann von den Erben des Verstorbenen übernommen.

Richtungsweisend für das Unternehmen war 1976. Hier wurde in eine der ersten Rollensiebdruckmaschinen investiert, d.h. es wurde von Rolle auf Rolle gedruckt. Erster Abnehmer dieser Produkte war die Firma Bosch in Hildesheim, wo damals noch Autobatterien produziert wurden und die Etiketten nun per automatischer Spendung von der Rolle auf die Batterie aufgebracht werden konnten. 

Inzwischen hatte Hermes-Plastic aus Platzmangel Tätigkeiten und Materialien an drei Standorte ausgelagert. Um diese zusammenzuführen, wurde 1980 dann auf dem Firmengelände hinter dem Sarstedter Bahnhof eine zweite Halle gebaut. Damit war das Grundstück voll. 
In den 80er Jahren wuchs das Unternehmen weiter. Die Qualitätsansprüche der Kunden änderten sich, was andere Produktionsstrukturen zur Folge hatte. Nun wurde weiterer Platz benötigt. Zudem war die Anzahl der Rollendruckanlagen inzwischen auf drei gestiegen und man fertigte in zwei, teilweise in drei Schichten.

Elmar Peters ging also das nächste Wagnis ein und erwarb das Grundstück am Nullpunkt in Sarstedt, um das ihn viele Unternehmen beneideten. 1992 zog das Unternehmen um.
Hier ist die Firma bis heute ansässig. 1994 hat sich aber der Name geändert, „Plastic“ hatte inzwischen ein negatives Umweltimage. Man nannte sich also um in „Hermes-Printec“, dadurch war auch die Kerntätig (das Drucken) des Unternehmens im Namen enthalten.

Nach der Öffnung der Grenzen nutzte Elmar Peters seine schon vorher bestehenden Kontakte in die ehemalige DDR und gründete dort kurzer Hand die Firma Printec Signograph GmbH in Leipzig anfangs als Siebdruckerei. Bereits seit mehr als 10 Jahren wird hier ausschließlich digital gefertigt, damit ist die Firma eine der ersten Druckereien dieser Art in Ostdeutschland, die die diese Technologie komplett eingeführt hat.

Anfang der 90 er Jahre, d.h. kurz nach der Öffnung der Grenzen wurde der Markt zunehmend schwieriger. Produktionsfirmen aus der Umgebung wanderten ab nach Osteuropa. Produktionen in Deutschland, die man jahrelang belieferte, wurden einfach geschlossen. Hermes-Printec war zwar noch als Lieferant gefragt, doch wie lange noch, denn viele Kunden fanden dann am neuen Produktionsstandort auch neue Lieferanten. 
Doch Hermes hat es geschafft, sich in diesen schwierigen Zeiten seine Nischen zu schaffen. So werden beispielsweise in einem Semi-Reinraum hochwertige, individuell gestaltete Frontfolien für den Einbau z.B. in Steuerungen des Maschinen- und Anlagenbaus gefertigt.
Spezialetiketten wie Typenschilder und Produktkennzeichnungen mit hohen Anforderungen beim Thema Klebkraft und Beständigkeit gegen Einflüsse jeglicher Art werden in Klein- aber auch in Großserien im Rollendruck hergestellt.
Der umfangreiche Katalog und Online-Shop bedient die Kunden zudem mit Sicherheitskennzeichen und Arbeitsschutzprodukten. Die „normalen“ Aufkleber sind natürlich auch weiterhin Bestandteil der Fertigung.

Um Spezialprodukte anbieten zu können, muss Hermes-Printec Marktbedürfnisse erkennen und mit der technischen Entwicklung Schritt halten. So wurden in den letzten Jahren Fertigungsmethoden oftmals auch durch den Eigenbau von Maschinen und Vorrichtungen optimiert und neue Fertigungsverfahren entwickelt.
Durch die Einführung innovativer Technologien, wie Digitaldruck und Lasertechnik, war und ist man in der Lage, sich auf die Anforderungen der Kunden einzustimmen, die heißen: immer individueller und daher immer kleinere Stückzahlen sowie sehr kurze Lieferzeiten und einwandfreie Qualität.
Produktionsabläufe müssen heute nachvollziehbar und somit dokumentiert sein, deshalb hat sich Hermes-Printec im Jahr 2000 einer freiwilligen Zertifizierung nach DIN ISO 9001 unterzogen, die jährlich durch einen unabhängigen Zertifizierer überprüft wird.
Der Schutz von Mensch und Umwelt hat dabei Priorität. Man bezieht konsequent nur von Lieferanten, deren Materialien entsprechend des Forschungsstands die geringst mögliche Belastung für Mensch und Umwelt darstellen.

Im Jahr 2000 hat sich Elmar Peters dann sowohl als Geschäftsführer, als auch als Gesellschafter aus dem Unternehmen zurückgezogen und das Unternehmen an seine Kinder, Claudia Peters-Bruns und Guido Peters übergeben. Beide waren nach Ihrer Ausbildung in branchenfremden Bereichen tätig, haben sich dann aber entschlossen, das Werk ihrer Eltern fortzusetzen.

Elmar Peters betont immer, dass er dies alles ohne die selbstlose Unterstützung seiner Ehefrau, die ebenfalls so lange mit im Unternehmen tätig war, und natürlich ohne die engagierten und kompetenten Mitarbeiter nicht geschafft hätte. 
Peters sen. wollte sich nicht aus dem Arbeitsleben zurückziehen. Für den Ruhestand fühlt er sich noch zu jung. Als Unternehmensberater widmet er sich bis heute neuen Aufgaben. In dieser Funktion steht er auch seinen Kindern zur Verfügung.

Hermes-Printec beschäftigt heute 32 Mitarbeiter, davon 4 Auszubildende. Auf die Ausbildung junger Menschen wird seit Jahren viel wert gelegt. Plätze für Schul- und Berufspraktika werden ebenfalls bereitgestellt. 
Zudem sind viele Sarstedter oder Mitarbeiter aus der ganz nahen Umgebung im Unternehmen beschäftigt. Ein Mitarbeiter, der als erster Auszubildender im Unternehmen den Beruf des Siebdruckers erlernt hat, feierte im September seine 40 jährige Betriebszugehörigkeit, zudem sind 6 Mitarbeiter länger als 35 Jahre bei Hermes-Printec beschäftigt. 

50 Jahre ist eine lange Zeit.

Trotz Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit, immer mehr Schnelligkeit, stärkerer Preiskämpfe „Geiz ist geil“ , steigender Kosten und steigender Abgaben an den Staat, sieht sich Hermes-Printec mit seinen kompetenten Mitarbeitern für die Zukunft gut aufgestellt, diese Herausforderungen zu meistern.

Von offiziellen Empfängen anlässlich des Jubiläums sieht man bei Hermes-Printec ab. Stattdessen wird eine soziale Einrichtung in der Region unterstützt, so wie dies bei besonderen Anlässen seit Jahren schon gehandhabt wird.
Alle Mitarbeiter und auch viele ehemalige Beschäftigte werden sich im Oktober für einen gemeinsamen schönen Tag auf den Weg nach Leipzig machen.
Danach wird mit den nächsten 50 Jahren begonnen.

Oktober 2012

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